herr kohl drückt mir die hand.

als helmut kohl kurz nach der wende in meiner heimatstadt wahlkampf betrieb, ging ich hin. ich war 15, hatte null politisches statement in mir und wollte einfach mal diesem riesigen mann die hand schütteln. ich drängte mich in der menge nach vorne als es ans Hände schütteln ging, er kam näher, sprach in dieser ihm eigenen verwaschenen sprache zu den menschen denen er die hand schüttelte und da! ja da endlich ergriff er meine hand und – die hand hatte den tonus eines toten fisches, kalt und schlaff. es war und ist seitdem ein großes staunen in mir, wie wenig kraft in einem derartigen fels von einem mann steckte und wann immer ich ihn in den folgejahren sah, musste ich daran denken. kohl mag der kanzler der einheit sein, für mich allerdings immer der mann mit dem enttäuschenden händedruck.

(m selben abend habe ich übrigens noch reinhard mey die hand geschüttelt – das war wie erwartet: fest und warm.)

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