von guten mächten. 

heute plötzlich, 4 tage nach der nachricht von seinem tod, stand dieser gedanke in meinem kopf, dass ich tatsächlich innerhalb von 5 monaten zwei sehr wichtige und untrennbar mit meiner geschichte verbundene menschen verloren habe. beide durch suizid, wenn auch aus sehr unterschiedlichen gründen. beide haben mich auf ihre sehr eigene art begleitet und vorallem geprägt. die letzten 5 jahre meines lebens waren sie teil von mir – ich würde fast sagen, dass sie mich ein stück zu dem gemacht haben wer ich heute bin. den einen verlust immer noch nicht ganz verarbeitet, kommt nun der zweite hinzu – und ich spüre, dass es da um noch mehr geht als um die trauer um zwei menschen. so ganz kann ich es noch nicht greifen aber es scheint um so was wie alleine laufen müssen zu gehen. ich fühle mich im stich gelassen, verlassen. es ist so ein „ihr könnt doch nicht einfach abhauen!“ in mir. es geht auch um das ende eines lebensabschnittes, jetzt kommen andere themen, andere inhalte und sie kommen ohne die beiden. es macht mich beim schreiben irre, dass ich das nicht besser in worte fassen kann. 

mir fällt gerade ein, dass es ein ähnliches motiv manchmal in märchen gibt – der mensch, der eine zeitlang von guten mächten beschützt und begleitet wird, um mit ihnen und durch sie zu lernen allein in der welt zurecht zu kommen. und die auch verschwinden, von jetzt auf gleich, weils kein probeleben gibt sondern eben immer den sprung ins kalte wasser. beide haben mir für diesen sprung viel mitgegeben, besonders einer, wofür ich ihm mein leben lang dankbar sein werde. 

sie haben mein leben verlassen und ich schwimme jetzt los. 

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Ein Gedanke zu “von guten mächten. 

  1. Du schwimmst immer noch nicht alleine. Es gibt viele, die auch dabei sind und an denen Du dich mal festhalten kannst, um Luft zu holen. Die Dir eine Rettungsinsel sein können, wenn Du mal müde Arme hast und die Dir auch quer über das Wasser zuwinken oder eine Laterne schwenken können, wenn Du mal das nächste Ziel aus den Augen verloren hast.

    Schwimm ruhig. Du kannst schwimmen.

    (Auch hier mein herzliches Beileid. Verluste sind hart und es braucht so lange, bis man versteht, was sie mit einem machen. Bleib stark.)

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