wut.

Whatever your personal opinion of the Clintons, as politicians or as human beings, that dynamic is real. We, as a culture, do not take women seriously on a profound level. We do not believe women. We do not trust women. We do not like women. I understand that many men cannot see it, and plenty more do not care. I know that many men will read this and laugh, or become defensive, or call me hysterical, or worse, and that’s fine. I am used to it. It doesn’t make me wrong.

The fact that we lost doesn’t make us wrong; the fact that they don’t believe in us doesn’t make us disappear.

lindy west in „the new york times“

es ist spannend zu beobachten wie jede gesellschaftliche gruppe ihr eigenes bild von hillary clinton hat, welche hoffnungen wie sehr an diese frau geknüpft waren. mir wird erst allmählich klar, was der sieg von trump für wen genau was bedeutet – und auch mein erstes entsetzen weicht langsam einer grossen wut, die durch begreifen und erfassen der tatsachen entsteht. ich muss gestehen, dass ich trump völlig ignoriert habe, er bewegte sich so sehr ausserhalb meiner denkmuster. das schreibe ich mir hinter die ohren, vorallem in bezug auf die bundestagswahl 2017. 

ansonsten möchte ich noch auf anke gröners wut verweisen, der ich vollumfänglich zustimme – gestern stolperte ich bei instagram über ein bild von zwei frauen, die sich im arm lagen: die eine hatte clinton gewählt, die andere trump. tenor des post war, dass man die position des jeweils anderen ernstnehmen soll, es gäbe auch gute gründe warum jemand trumpf gewählt hat. dem möchte ich ein sehr wütendes nein entgegen setzen: gerade für eine frau gibt es keinen einzigen sinnvollen grund trump gewählt zu haben. es sei denn man hasst sein eigenes geschlecht so sehr, dass man seine stimme einem frauenverachtendem sexisten geben möchte. (abseits aller anderen guten gründe ihn nicht zu wählen, ich beziehe mich als weisse frau auf eben diesen.) 

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5 Gedanken zu “wut.

  1. Ein Freund von mir schrieb:

    „(…) Trump ist auf jeden Fall das kleinere Übel. Ich bin froh und dankbar, dass man HRC nicht die Chance gegeben hat, ihr einziges Ziel im Leben zu erreichen: Das Schicksal anderer Menschen zu beherrschen. Gegen sexuelle Belästigung, die man Trump vorwirft, kann man sich zur Wehr setzen. Aber dem unstillbaren Machthunger, der Korruption und Verdorbenheit des Clinton-Lagers, den Hinterzimmerdeals, den stillen Finanzierern ihrer Politik, wären wir machtlos ausgeliefert gewesen.“

    Ein anderer Freund schrieb bei Facebook:

    „(…) A gay coworker of mine was just called a faggot to his face in SF. That has never happened here in SF to him before. Just the beginning. The masks are coming off slowly!
    I fear for the safety of my chosen family, for the safety of women, muslims, black friends and minorities. I fear for the world. You will be held accountable Trump voters! (I am angry AF)“

    Ein dritter Freund schrieb bei Facebook:

    „Bei der Wahl der Qual zwischen Pest und Cholera, hat sich offenbar die Pest durchgesetzt…“

    Diese Aussagen wurden getroffen von einem sunnitischen Weißen, einem schwarzen Deutschen und einem homosexuellen Weißen.

    Und so kann man sehen, wie alle Lager irgendwie ihre Positionen beziehen, ihre Meinungen haben und jeder von seinem Standpunkt aus glaubt, im Recht zu sein. Und für mich bleibt genau eins: jeder Kandidat, der gewonnen hätte, wäre falsch gewesen.

    Ja, als Frau mit vielen Freunden, die LGBTs, von unterschiedlichen Religionen, Hautfarben oder Herkünften sind – oder alles gleichzeitig – hätte ich Clinton gewählt. Weil für mich der Preis, den alle zahlen müssen bei Trump, größer gewesen wäre. Aber ich hätte ihre Politik nicht gutgeheißen.

    Gefällt 2 Personen

    • ich glaube bei dieser pest cholerasache tu ich mich sehr schwer. ich denke für mich wäre die entscheidung keine politische gewesen sondern eben eine mmh ich sag mal eine frage der haltung. den schaden, den eine innere haltung wie die von trump anrichten, gesellschaftlich, sozial, halte ich für riesig. clintons hingegen für sehr sehr gering. das ist völlig unabhängig von der politischen seite – sehe ich dorthin halte ich hillary auch nicht für eine gute wahl aus den gründen die du schriebst und so weit ich das als politik noop überhaupt beurteilen kann.
      es wäre für mich demnach also kein argument zu sagen gegen sex. belästigung von trump kann man sich wehren – denn der geist den er vertritt, den er seinen anhängern einimpft oder anders: bei ihnen freisetzt: gegen den kann man sich kaum wehren. der zusammengeschlagene schwule mann, die frau, die gestern auf twitter berichtete, dass auf offener strasse versucht wurde ihren hijab abzureissen, die alle können sich gegen diesen diffusen und durchaus sehr zielgerichteten hass nicht wehren. deshalb hätte ich auf dieses etablishmemt-bashing bezügl. frau clinton geschissen, weil deren haltung zumindest nicht diesen geist hat…..

      Gefällt 1 Person

      • Würden Dir die zivilen Opfer von Drohnenangriffen zustimmen bei Deiner Beurteilung von Clinton?

        Das finde ich eben auch noch eine spannende Frage. Clinton gilt für viele als Kriegstreiberin.

        Und hier wird es für mich so schwierig.

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      • Mal abgesehen davon, dass ich den Lobbyismus eh furchtbar finde, für den Clinton ja auch irgendwie steht. Politik auf Basis des Einflusses reicher Menschen und einflussreicher Wirtschaftsbosse. Eben auch mit schwerwiegenden Folgen für viele Menschen, den ganz Armen.

        Ich finde den Pest/Cholera-Vergleich durchaus passend.

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