komfortzone, die.

vor jahren hatte ich mal ein shirt mit dem spruch „das schiff liegt sicher im hafen doch nicht dazu wurde es gebaut.“ der spruch fällt mir immer ein wenn ich merke, dass mir meine komfortzone zu cosy und flauschig wird. das kann in sehr verschiedenen bereichen sein und ist sicher höchst individuell – manch einer verlässt die komfortzone und läuft den pacific crest trail, ein anderer verlässt sie vielleicht bereits bei einem waldspaziergang. 

ich verlasse immer wieder gerne meine komfortzone, ich mag den kick den ich dabei bekomme. ich tue das auf sehr unterschiedliche art und weise zb. habe ich meine komfortzone verlassen als ich mich letztes jahr bei einer dating-app anmeldete und damit eine gewisse form der beurteilung meiner person mal zugelassen habe, die ich bisher immer gemieden habe – heraus kam eine wunderbare, mitunter aber auch durchaus komfortzonenverlassende beziehung. zwei kinder im abstand von 14 monaten zu bekommen ist auch so eine komfortzonenverlassung oder auch eine therapieausbildung zu machen. jemandem die meinung sagen oder sich was einzugestehen – auch das verstehe ich unter dem verlassen meiner komfortzone. im grunde alles was mit einer gewissen subjektiven hemmschwelle verbunden ist und einen herausfordert mal eine andere richtung einzuschlagen – kontraphobisch. das müssen nicht immer die grossen dinge sein, ich glaube diese vorstellung vom verlassen der komfortzone hindert oft, sie dann auch tatsächlich zu verlassen. es ist nicht wichtig, was man macht, sondern das man es macht.  

komfortzonen zu verlassen ist also etwas höchst individuelles, physisch wie psychisch. und ich habe mir vorgenommen, noch bewusster an die sache ranzugehen. so wie heute als ich nach knappen 10 jahren regelmässigem laufen das erste mal an einem laufwettbewerb teilgenommen habe. ich habe immer die wettbewerbssituation vermieden, hatte angst vor dem verlieren, angst vor den massen, angst vor dem scheitern, diesem rennen gegen die uhr. dabei gibt es einen nicht zu verachtenden wettbewerbsanteil in mir – der der insgeheim sowieso ständig alles in konkurrenz setzt. also habe ich mich angemeldet, nicht ohne schubser durch den freund, und fieberte dem heutigen tag entgegen. und siehe da – ich habe es überlebt. ich bin einfach gelaufen, ich hatte spass und meine innere wertbewerbssau kam voll auf ihre kosten.
und während ich da heute so lief, da dachte ich, dass es ja noch so einige andere ideen in mir gibt, die ich doch mal nach und nach angehen könnte – da gibt es den wunsch einer bergüberquerung, die konzeption und durchführung eines bestimmten seminars, das eine thema in mir, das ich schon so lange mit mir rumtrage und nun angehe mit einer bestimmten therapieform, das wochenende im schweigekloster, die begegnung mit bestimmten personen und und und. die liste ist endlos – die einen dinge leichter, die anderen schwerer.
und mal sehen was als nächstes dran ist.

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