and then, maybe, the end is eventually near….

meine mutter wird operiert. von allen möglichen ops in ihrem alter hat sie sowohl bei der krebsart als auch bei der notwendigen operation mal richtig in die vollen  gelangt: seltener krebs, noch seltenere op und auch sonst alles eher kacke.

nun laufen die letzten vorbereitungen vor der op und dazu gehören eben auch die fragen die geklärt werden müssen falls sie stirbt. mein vater ist vor gut 4 jahren gestorben, also müssen wir geschwister ran, was heisst ich muss ran. und so dinge klären wie grabsteinfarbe, gravur, sterbeanzeige etcpp. bis ins kleinste detail erklärt mir meine mutter wie sie die beerdigung haben will, welche lieder, welche sprüche, bis hin zu den inhalten der traueransprache. 

und mir wird plötzlich bewusst, wie unglaublich wichtig das für sie ist – und so fern es mir selbst liegt, so sehr verstehe ich ihre hartnäckigkeit im leben noch zu wissen, wie sie im tode begleitet wird. da gibt es durchaus anteile, die ich niemals so machen, in denen sich nicht meine trauer ausdrücken würde. aber ich merke wie sehr ich ihr ihre vorstellungen lassen kann: wo, wenn nicht im tod hat der einzelne sein letztes wort. und auch wenn ich das nicht verstehe oder es nicht das meine ist, will ich ihr die sicherheit geben, dass es so kommen wird. es liegt darin eine grosse sicherheit für sie, sich auf das kommende vorzubereiten. ein stückweit loszulassen im wissen, dass auch im tod ihren wünschen noch ein letztes mal stattgegeben und respektiert werden. 

diese trauerfeier wäre nicht für uns, die wir bleiben. und das ist gut so. ausgerechnet im tod fremdbestimmt zu werden, wäre auch mir ein graus. wir angehörigen fänden schon jeder für sich einen eigenen weg der trauerbewältigung, da muss ich nicht plötzlich meinen abschied meiner mutter choreographieren, sondern ihr ihren lassen. meinen vater habe ich in hunderten von läufen verarbeitet, alleine im wald oder auf bergen. und so wäre es auch bei meiner mutter. 

also werde ich dafür sorgen, wenn eventuell vielleicht, dass sie exakt die lieder und sprüche und gedanken bekommt die sie will. damit sie sich mit meinem versprechen jetzt sicher fühlen kann.

(abgesehen davon habe ich ihr einfach verboten zu sterben, soviel fremdbestimmtheit darf dann doch sein.)

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8 Gedanken zu “and then, maybe, the end is eventually near….

    • ja – tränendrüse drücken kann ich, wa? 😉 im ernst: danke für die guten wünsche!

      (und ich bin eigentlich ein sehr fröhlicher und glücklicher mensch. ich schreibe halt nur recht offen was mir durch meinen kopf geht, da gibts dann scheints reflexauslösende momente. irgendwie ist mir das gerade peinlich☺️ ich muss mal heiteres schreiben!)

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  1. Oh Mann, das ist aber auch kein leichtes Thema, für alle Beteiligten. Ich schick Euch ebenfalls viel Kraft!

    (Und Du bist einer der fröhlichsten und positivsten Menschen die ich kenne, aber solche dunklen Seiten gehören eben dazu. Verletzlichkeit zulassen usw. 😘)

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  2. Ja, dieses Selbstbestimmungsding wird plötzlich sehr wichtig, wenn es ernst werden könnte. Und gut, dass sie da konkrete Infos gibt. Und noch besser, dass Du da konkrete Forderungen stellst 😉

    Ich drücke die Daumen für die OP. Und dann sehen wir weiter. Und im Sommer, da feiern wir das Leben.

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  3. nur kurz: alles gut gegangen! puh…. jetzt fahr ich sie morgen besuchen und schau nach dem rechten. und die infos über die beerdigungswünsche vergrabe ich ganz ganz tief in die hintereste schublade und hole sie erst in 30 jahren wieder raus! danke für eure lieben gedanken!

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