versagt.

In the wake of the disastrous events it becomes obvious to the organizations on the ground that the calls by EU politicians to avoid further death at sea sum up to nothing more than lip service,“ Sea-Watch said in a statement in English distributed along with the photograph.

[….]

If we do not want to see such pictures we have to stop producing them,“ Sea-Watch said, calling for Europe to allow migrants safe and legal passage as a way of shutting down people smuggling and further tragedies.

ich erinnere mich an diese heftigen diskussionen letztes jahr, als das bild des toten kleinen jungen am strand durch die medien ging, wie vehement ich selbst gegen die veröffentlichung argumentiert hatte. heute, ein knappes jahr später fühle ich völlig anders. ich fühle eine rasende wut auf all die verantwortlichen, die aus welchen gründen auch immer, keine lösung finden (wollen) und damit leid wie dieses möglich machen. ich möchte am liebsten dieses bild ausdrucken und all den verantwortlichen über den schreibtisch hängen, auf dass es an ihre verdammte verantwortlichkeit appelliert, die sie als vertreter von wohlstandsländern zu tragen haben. ich möchte es jedem afd-arsch vor die nase halten, jedem schwätzer der mir mit seiner bescheuerten sorge vor überfremdung ankommt an die stirn tackern. all diejenigen zwingen hinzusehen, wirklich hinzusehen auf diesen toten kleinen körper. 

verantwortung für menschenleben darf nicht gebunden sein an materielle, finanzielle, politische oder soziale taktiken und überlegungen zumindest nicht in der akuten krise. und ich halte es nach wie vor für eine akute krise, wenn menschen gezwungen sind fluchtwege zu benutzen, die von vornherein mit einem derart hohen risiko für leib und leben verbunden sind. allein 700 menschenleben in der letzten woche. das ist unmittelbare konsequenz einer abschottung durch schliessung der balkanroute.  

und der sommer hat gerade erst begonnen. 

(hier der ganze reuters artikel. ich zeige das bild übrigens nicht direkt hier, weil ich denjenigen, die anders denken als ich, die möglichkeit geben möchte selbst zu entscheiden, ob sie sich damit konfrontieren oder nicht.) 

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zweimal im jahr.

ich backe zweimal im jahr. einmal am geburtstag für kind I und einmal am geburtstag für kind II. ich finde das sieht man. aber das ist wurscht – weil mehr liebe war nie beim backen. es bleiben allerdings manche fragen offen zb. wie ich den kuchen jetzt von diesem brett runterbekommen soll oder wie ich die, bei näherem hinsehen, unebenen schweine noch glatt kriegen soll – der fondant ist nämlich bretterlhart mittlerweile….. aber hej! geburtstagstorte ftw! 

edit: 


blutzucker ausgleichen nach dem backen.

glück festhalten.

kino (x-men, wunderbarstes popcornkino), gewandert bei strahlendem sonnenschein, verirrt im wald, hexeneier gefunden, kindheitserinnerung „laufen durch kniehohe blumenwiese“ aufgefrischt (und dabei 273849x „oh gott! all die zecken!“ gerufen), geredet – aus dem herzen, von der seele, auf einer alm bratwurstpalmen mit pommes gegessen, binge watching, stadt erkundet, selbstgebrauten cocktail getrunken, zum zug gebracht, sommersonne im gesicht – und über allem und in allem und zwischen allem mein herz gespürt.

ist dem modell ehe noch zu helfen?

gestern abend im gespräch mit einer freundin festgestellt, dass wir so gut wie keine beziehung/ehe in unserem umfeld kennen, in der nicht fremdgegangen wurde oder noch aktuell wird. nun könnte man daraus natürlich auch schliessen, dass wir uns mit besonders treulosen menschen umgeben – dem ist aber nicht so. die allermeisten dieser menschen waren jahrelang treu, in freud und leid verbunden. auffällig ist, dass es am meisten in ehen mit kinder vorkommt und die ehe schon ein paar jahre dauert. darüberhinaus sind es öfters frauen die zuerst aus der ehe ausbrechen als männer – männer scheinen zumindest eine zeitlang noch die flucht in die karriere anzutreten. was frauen (immer noch), die zu hause die kinderbetreuung in vollzeit übernommen haben, verwehrt ist. vielleicht ist da der frust schneller spürbar. es scheint niemand davor gefeit, früher oder später scheint es jeden zu erwischen und wir ertappten uns beim ansehen von hochzeitsbildern eines befreundeten paares, wie wir bereits jetzt mutmaßungen über das wann und wie anstellten.

das alles machte uns nicht glücklich, diese haltung, diese abgeklärtheit, diese bankrotterklärung der ehe. und wir rätselten – wo ist der punkt an dem es kippt? und was die möglichkeit rechtzeitig einzuhaken und den prozess aufzuhalten? klar scheint, dass es oft mangelnde indivuation zu sein scheint, die ins aussen treiben lässt. was ich mir selbst an anerkennung und aufmerksamkeit und selbstwert nicht geben kann, suche ich im aussen. das konnte der eigene partner eine zeitlang befriedigen, dann eine zeitlang die kinder oder arbeit aber dann folgt oft die grosse gähnende anerkennungsleere. ich persönlich glaube, dass es dieser zeitpunkt  ist an dem man unbedingt auf sich schauen muss. was war? was ist? was soll sein? wo stehe ich? wo bekomme sinnhaftigkeit in mein leben, die ich selbst schaffe und die unabhängig von personen in meinem leben sind? 

ganz oft wird dieser entwicklungsschritt dann  nach der trennung vollzogen. plötzlich können sich die vormals von seelischer zufütterung des partners abgängigen, sehr gut selbst seelisch versorgen und leben ein selbstbestimmtes leben. (ich halte zb eine midlifecrisis für teil dieses prozesses und daher für durchaus normal und gesund) die darauffolgende neue beziehung wiederrum ist dann oft gekennzeichnet von klaren grenzen und räumen – innerlichen wie äusserlichen. 

könnte man diese annahmen bereits frühzeitig in ehen leben und damit auseinanderleben und trennung verhindern? und wie würde sich diese, von beiden seiten gelebte, haltung auf familie auswirken? wie auf bindung und erziehung? wie auf das immer noch akute ungleichgewicht in der care-arbeit? würde es zb einen geburtenrückgang geben weil schon vorgeburtlich eher klar wäre, dass man das als paar nicht schafft – auf sich zu achten, auf die partnerschaft und auf das kind? würden familienverbünde offener und durchlässiger weil erwachsene mehr zeit für sich selbst brauchen und auf andere betreuungspersonen zurückgreifen würden? was würde das mit den kindern machen? würde zb. das helikoptern aufhören weil eltern sich ihren sinn selbst schaffen und nicht kinder dafür verantwortlich machen? und was wäre mit dem aufkommenden trend des eltern-burnout? könnte der aufgehalten werden, weil mann und frauen neben mutter und vater einfach auch sie selbst sein dürfen?

ich kenne die antworten nicht, finde aber die gedanken – aus eigener erfahrung – sehr spannend weil ich sie nicht nur für eine wachstumschance für paarbeziehung finde sondern auch für gesellschaft im allgemeinen.
ich habe neulich mal den satz gelesen „wenn jeder für sich selbst gut sorgt, ist für jeden gut gesorgt.“ – es wäre schön wenn das gelingen würde.

more than words.

ich stand heute im dorfladen und beobachtete eine szene zwischen einem geistig behinderten jungen mann (man sehe mir die sicher mittlerweile politisch unkorrekte ausdrucksweise nach, ich komme bei den ganzen sprachneuerungen nicht mehr mit) und einem älteren herrn. der junge mann artikulierte in meinen ohren nur einzelne silben, ich habe wirklich nichts verstanden. der ältere mann hingegen nickte die ganze zeit und antwortete munter auf die silbenfetzen des jüngeren. das erinnerte mich an ein erlebnis, das ich mal in den usa hatte.

ich arbeitete dort als freiwillige in einem dorf mit geistig behinderten erwachsenen. eines tages war ich mit einer gruppe unterwegs und zur mittagszeit setzten wir uns in einen park zum picknicken. irgendwann kam einer der dorfbewohner, george, mit einem einheimischen ins gespräch. ähnlich wie heute früh im laden, artikulierte george sehr schwer verständlich nur einzelne gelallte silben. das störte aber weder ihn noch den einheimischen. beide ratschten miteinander über gott und die welt. als das gespräch nach einer zeit zum ende kam, fragte ich den einheimischen ob er überhaupt verstanden hätte was george ihm da erzählt hatte! oh nein, antwortete dieser fröhlich, kein wort hätte er verstanden. das hätte dem gespräch aber keinen abbruch getan – aus der mimik und gestik wäre soviel freude und fröhlichkeit erfahrbar gewesen, da hatte es keiner worte bedurft.

können wir das nicht alle mal so von zeit zu zeit machen? einfach mal den worten weniger bedeutung geben und mehr auf das hören was nicht gesagt wird.