ein bild ein bild! 

ich koche mein süppchen. abgesehen davon, dass ich im moment so überhaupt keinen schimmer habe was da noch rein muss beziehungsweise überhaupt schon drin ist – es riecht glaub ganz lecker und der topf strahlt angenehme wärme ab. das bringt die menschen in die nähe meines topfes. sie schnuppern und sagen „mmh riecht ja gut!“ und reiben sich die hände an der abstrahlenden wärme. manchmal, ok ziemlich oft, haue ich dann noch ein besonders leckeres gewürz mit rein, damit es besonders gut riecht, völlig egal oft ob das überhaupt zum rest der suppe passt und jage den herd hoch, damit es noch heimeliger-warm wird. das führt dann dazu, dass menschen plötzlich neben mir stehen „mmh!“ sagen und in den topf schauen wollen oder schlimmer noch – probieren wollen.

und jedesmal ist das der punkt an dem ich erschrocken den deckel draufknalle und den herd abdrehe. schnuppern ja, reinschauen oder gar probiern? no way. man könnte ja in dem fall plötzlich feststellen, dass die suppe scheisse schmeckt. oder die zutaten völlig falsch zusammengestellt sind. oder die vorher verlockenden gewürze überhaupt nicht passen und die hitze so heiss ist, dass man sich verbrennt. also achte ich penibel darauf, dass ich die suppe so würze wie es meiner meinung nach die menschen drumherum brauchen, was zu meinem leidwesen aber oft nicht so ist, wie es zu meinem süppchen passen würde. schaue ich momentan in meinem suppentopf, dann schwimmen da zimtstangen neben krossem speck, ordentlich gemüse und viel honig. alles für sich allein schmeckt toll – aber nichts passt wirklich zusammen. die einzelnen zutaten geben kein grosses, ausgewogenes, geschmackvolles ganzes sondern sind nur ein haufen halbgarer dinge. 

und mir ist so extrem danach den ganzen topf auszuschütten und einfach nochmal von vorne zu beginnen. butter zu nehmen, gemüse anzurösten, abzulöschen mit brühe und dann nach und nach ein bisschen würzen. für klarheit in diesem topf zu sorgen. das einzige was mich davon abhält ist im moment noch meine angst, vor dem leeren topf zu stehen und wirklich keinen blassen schimmer zu haben, welches süppchen ich denn überhaupt kochen will. und niemanden da zu haben der „mmh!“ sagt und sich die hände in der wärme reibt.

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