einfach mal hauen lassen.

ich bin seit neuestem skateplatzmutter. das ist nichts anderes als auf einer wackeligen bank vor zwei halfpipes zu sitzen und in regelmässigen abständen „super!“ oder „wow!“ oder „toll!“ zu rufen und ansonsten weiter zu lesen. sehr entspannt, auch das jugendliche skatepublikum das sich sonst so noch da rumtreibt.

spannend zu beobachten sind vorallem die testosterongeschwängerten körperlichen auseinandersetzungen und rangeleien. heute sass ich so und las als es auf der bank neben mir los ging: ein gutural-bayerisches, stimmbruchbedingtes stimmengequietsche in dem es um viel „schaaas!!“ „oasch!“ und „oida!“ ging. ich ignorierte, ich bin von jeher der meinung anderer leute kinder gehören zu anderen leuten also muss ich nicht erziehen. der streit wuchs sich aus – erstes schubsen, weitere schimpfwörter und noch lauteres gequietsche, dnn liegen beide im wimpernschlag einer sekunde auf dem boden und prügeln sich. 

mir kommt ein artikel in den sinn, in dem es um das fehlende körperliche ausagieren von männlicher, jugendlicher aggression ging. umgeben von pädagogisch geschultem weiblichen personal, das sich ab einem bestimmten alter schnell bedroht fühlt von der kombi überschiessende hormone -gewalt- heranwachsenden jungen männern, gibt es so gut wie keine möglichkeiten mehr sich mal ordentlich zu prügeln. ständig kommt wer und verbietet. ich halte diese entwicklung für schwierig, nicht dass ich freund von prügeleien und gewalt wär, aber ich denke es ist hin und wieder notwendig, dass agression ihren weg ins aussen findet und halte das, verpönt archaisch und wahrscheinlich entsetzlich unaufgeklärt, für einen notwendigen schritt in die männliche identität. es ist mir ein rätsel, wie moderne pädagogik das immer wieder versucht zu verdrängen und zu verhindern. es ist eine so falsche annahme in meinen augen, dass erst dann gleichberechtigung zwischen geschlechtern entstehen kann, wenn alle unterschiede angeglichen sind. gleichberechtigung kann sehr gut aus der unterschiedlichkeit und sogar in deren betonung liegen. nur was verdrängt und ausgerenzt wird, schmort im stillen und findet keine balance. das ist übrigens nicht nur bei jugendlichen so…. 

die jungs neben mir knäulen sich weiter keuchend ineinander, als ein dritter mit einer cola in der hand auftaucht und vor den beiden stehen bleibt und fragt ob wer mal trinken möchte. so schnell wie die beiden am boden lagen stehen sie jetzt auf, klopfen sich die hosen aus, sagen „ich!“ und ziehen von dannen. als wäre nichts geschehen. 

keine einmischung, keine diskussion, einfach mal kloppen lassen. 

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