regretting mother….ach komm geh weg.

diese regretting motherhood sache, die seit einiger zeit durchs netz geistert und welche als israelische studie der soziologin orna dornath mit ernstzunehmendem inhalt begann, verkommt immer mehr zu einem unertäglichen rumgejammere gestresster mütter. ich kann es nicht mehr hören. der jammergipfel war in diesem artikel erreicht. ich erkannte keinerlei parallele mehr zu den bestürzenden und leidvollen berichten von müttern aus der studie – in dieser ging es darum, dass sie endlich eine stimme bekamen um dem wirklichen bedauern, dem grundsätzlichen ablehnen ihrer mutterschaft, ausdruck zu verleihen.

aber ach. irgendwie scheint es nun mode zu sein, einfach auch mal die eigene mutterschaft zu regretten, ich halte das für wichtigtuerei und click-baiting. denn was in den zahlreichen blogposts an „regretting“ vom stapel gelassen wird, fällt mehr in die kategorie „genervt“ und ganz besonders quatschig wirds, wenn drei posts zuvor noch erzählt wird wir sehr man die kindelein liebt und wie gerne man was mit ihnen unternimmt – ramafamilie nach dem motto je ne regrette aber ma so rien. ich muss mir mittlerweile die haare raufen wenn ich diese berichte lesen, weil 1. ist „ich hab die schnauze voll ich setz die kinder gleich an einer rasttätte aus!?“ kein regretting, zumindest nicht so, wie es von dornath in der studie gemeint war sondern lediglich stinknormales genervt sein der eigenen kinder und 2. ist es eine unmögliche aneignung und zweckentfremdung  des begriffes verbunden mit einer nivellierung des leids, das hinter dem begriff im ursprung stand.

ich möchte all diesen jammernden frauen, die ihrer verantwortung, ihres verlustes von freizeit und individualität und selbstbestimmtung hinterher heulen sagen: ja. recht habt ihr. das ist schon scheisse hin und wieder. aber dann muss man halt was dagegen tun! sich seines studiums/seiner ausbildung erinnern zum beispiel und arbeiten gehen. oder eine anzeige für babysitter schalten oder noch besser, mal den mann in die pflicht nehmen. oder aber die eigenen kinder stärker ins grosswerden und die eigenständigkeit entlassen, statt sich bis zum sanktnimmerleinstag den kindern zu verschreiben. oder es einfach mal aushalten, dass man gerade an einem punkt in seinem leben ist, wo sich selbiges dem oder den kindern zeitweilige unterordnet. 

aber bitte nicht diesen schwurbel in die welt blasen, am besten noch (wie im spiegel geschehen) die eigenen kinder damit belasten, weil man seine eigene abgrenzung und ich-identität nicht auf die reihe kriegt. und vorallem, den begriff denen überlassen, die ihn voller leid fühlen und mit ihm endlich eine stimme bekommen haben.

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4 Gedanken zu “regretting mother….ach komm geh weg.

  1. Ich regrette auch gelegentlich. Wobei ich dieses Wort nicht benutzen mag. Ich bereue ja nicht diese Kinder bekommen zu haben. Aber ich weiß eben auch dass in meinem bisherigen Lebenslauf einiges einfacher gewesen wäre… Aber man wächst ja mir seinen Aufgaben.

    Aber auch darum gehe ich meinem Nebenjob nach. Das kellnern tut mir unheimlich gut. Und ich mache es tatsächlich nicht nur des Geldes wegen. 😆

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