strandgut V

ich ließ meinen engel lange nicht los, und er verarmte in meinen armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das erbarmen,
und er eine zitternde bitte bloß.
da hab ich ihm seinen himmel gegeben, –
und er ließ mir das nahe, daraus er entschwand;
er lernte das schweben, ich lernte das leben,
und wir haben langsam einander erkannt …

seit mich mein engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine flügel entfalten
und die stille der sterne durchspalten, –
denn er muß meine einsame nacht
nicht mehr die ängstlichen hände halten –

seit mein engel mich nicht mehr bewacht.

rilke. 

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