gratwanderung

und der moment heute wo der supervisor sagt, dass meine stärkste ressource die intuition wäre. zu entscheiden, was ist jetzt gerade wichtig ist und was warten kann. 

und ich denke an mein auto mit den altkleidern die ich seit einem jahr durch die gegend fahre und an die gerichtlichen stellungnahmen an die ich mich grundsätzlich mindestens einmal erinnern lasse nach ablauf der ersten frist aber auch an die mutter die innerhalb von 2 stunden alle benötigten unterschriften von mir hat und an meine kinder die wissen wenn sie morgen A brauchen bekommen sie A von mir bis morgen organisiert. 

was lässt mich in einem fall so entscheiden und im anderen anders? was lässt mich die einfachsten dinge aufschieben und vergessen und was lässt mich die am schwersten zu organisierenden dinge sofort regeln? manchmal denke ich, dass das nichts mit intuition oder priorisierungsfähigkeit zu tun hat sondern schlicht mit der tatsache, dass eine sache unbedingt spannend, mich neugierig machend, unmöglich scheinend und herausfordernd sein muss, damit sie soweit aufmerksamkeit erhält, dass ich mich überhaupt mit ihr beschäftige. und dazu gehört sicher nicht altkleider wegbringen. also schaffe ich es zwar gut die kleider auszumisten und in tüten zu verpacken, weil hej das macht spass und macht man nicht oft – aber spätestens beim einladen ins auto ist meine aufmerksamkeitsspanne leider leider vorbei und auf anderes gelenkt. und die tüten fahren mit. tag ein tag aus. der christbaum ist immer noch nicht abgehangen weil hej! weihnachten ist rum, weihnachten interessiert mich nicht mehr. und die geburtstagsgirlande vom geburtstag von kind II vor 5 jahren hängt seitdem durchgehend über der küchentür – immer wenn ich mal dran denke sind es ohnehin nur noch 4 monate bis zum nächsten geburtstag. 

die kolleginnen beneiden mich um meine haltung. und ich? ich beneide sie. ich beneide sie glühend für ihre listen und aufgeräumten schreibtische, ihren stress, der ihr pflichtbewusstsein und ihre struktur und ordnung spiegelt. 

sie sind burnout. ich bin flodder. 

es ist eine ewige gratwanderung. 

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3 Gedanken zu “gratwanderung

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